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Autor Thema: Einige statistische Angaben zur chirurgischen Adipositas-Therapie  (Gelesen 1001 mal)
Waldschratt
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Beiträge: 899



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« am: 19. März 2009, 20:28:08 »

Meinen Aufenthalt im SRH Waldklinikum Gera konnte ich noch vor der morgen anstehenden OP nutzen, mich mit der Studie

"Ergebnisse der Qualitätssicherungsstudie für operative Therapie der Adipositas 2005 / 2006"

etwas zu beschäftigen.

Einige interessante Zahlen, die wohl auch für sich sprechen, möchte ich Euch nicht vorenthalten. Leider ist beim Hochladen die Tabellierung etwas aus dem "rechten Winkel" geraten und mir fehlt die Zeit, sie neu zu gestalten - aber die Übersichtlichkeit / Erkennbarkeit der Zusammenhänge scheint mir doch gewährleistet.

Die Veröffentlichung erolgt mit freundlicher Genehmigung von Herrn Dr. Arnold.



"Studie...


(in Auszügen)


Arbeitsgruppe Adipositas-Chirurgie
Prof. Th. Manger, OÄ Fr. DR. Ch. Stroh u.a.
SRH Wald-Klinikum Gera
Departement für Allgemein- und Visceralchirurgie
Str. des Friedens 122
D – 07548 Gera
chirukli1@waldklinikum-gera.de


Übersicht über die Verteilung von Körpergewicht und BMI nach Geschlecht und Alter

           Alter           Größe [cm]   Gewicht [kg]BMI [kg/m²]
           2005   2006   2005   2006   2005   2006   2005   2006
Männer   42,7   44,1   180,0   180,0   160,0   162,7   49,4   50,2
Frauen   39,6   40,7   167,0   167,0   134,0   132,6   48,2   47,8
gesamt   40,4   41,6   170,0   170,0   141,0   140,3   48,5   48,4


Eingriffe nach Bundesländern

Bundesland                           Gesamt   2005   2006
Hamburg                               114   48   66
Brandenburg                         20   12   8
Nordrhein-Westfalen               111   20   91
Thüringen                                 22   31   46
Mecklenburg-Vorpommern         19   15   4
Bayern                               111   91   20
Hessen                               634   325   309
Sachsen-Anhalt                         31   17   14
Baden-Württemberg                 25   17   8
Rheinland-Pfalz                         18   0   18
Schleswig-Holstein                 55   0   55
Niedersachsen                           1   0   1
Sachsen                                   1   0   1
Berlin                                           8   0   8


Reduktion des BMI im 1. Jahr postoperativ

          Anzahl   BMI – OP   BMI nach 1 Jahr
Männer   109   48,7           38,3
Frauen   339   48,2           32,2
Gesamt   448   48,2           32,5

 
Reduktion der Ko-Morbiditäten 1 Jahr postoperativ

                                    Meta-Analyse   Studie   Eigene Daten
                                              [%]   1 fup [%]   [%]
Hypertonus                                      71,5   52,8           82,2
Diabetes mellitus         
   Insulinreduzierung                      80,2   70,3           85,7
   Komplette Rückbildung              65,9   65,9           14,3
Anzahl [n]                                   22.094   448           168


(Ein) Fazit: "Eine flächendeckende Erfassung der Patienten ist zur Reduktion operativer Risiken und postoperativer Komplikationen einzufordern."


Es lohnt sich also, über einen Eingriff nach zu denken!

*lg* und bis bald!

Euer Waldschratt
« Letzte Änderung: 19. März 2009, 22:31:08 von Waldschratt » Gespeichert

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"KAFFEE
dehydriert den Körper nicht - sonst wäre ich längst zu Staub zerfallen!"
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sternchen

Beiträge: 69



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« Antworten #1 am: 02. August 2009, 08:08:41 »

Hallo Waldschratt, danke für die Info . Sollte man aber nicht über jeden Eingriff nachdenken ? Ich denke manchmal so bei mir, das die Leute sowieso viel zu schnell zum Artzt rennen. Klar, hier beim Magenband ist das was anderes da die Op ja wirklich leben kanne, bei vielen anderen Ops finde ich es aber übertrieben.
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Ein PC besteht sowieso i.d.R. zu 90% aus faulen Kompromissen, zu 7% aus Elektronikschrott und zu 3% aus wirren Ideen. (Benedict Mangelsdorff)
Waldschratt
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« Antworten #2 am: 16. August 2009, 09:41:33 »

Da gebe ich Dir Recht! Allein wenn man bedenkt, dass >70% aller "Schönheits-OPs" nicht medizinisch begründet sind! (Als medizinisch begründet wird dabei die Korrektur von Entstellungen oder körperlichen Veränderungen, die zu schweren psychischen Belastungen führen, angesehen.)

Damit wäre es bei mir quasi ein Grenzfall: Nach mehr als 130 kg Gewichtsreduktion (*stolz bin*) schleppe ich allerhand Hautfalten mit mir rum, die mich nicht nur körperlich belasten... Die Krankenkasse hat inzwischen ohne größere Probleme die Kostenübernahme erklärt, wenn die OP-Fähigkeit wieder gegeben ist. Trotzdem gilt es genau abzuwägen, was wann gemacht werden soll/muss...

In meinem Umfeld ist das Problem "zum Arzt gehen" eigentlich nicht so akut, zumindest unter den älteren Jahrgängen nicht. Die, die Arbeit haben, kurieren sich lieber selbst um keinen Krankenschein zu bekommen, die, die keine Arbeit haben, achten zumeist nicht ganz so auf ihre Gesundheit, woran trotz der Zuzahlungsbefreiung auch die Preisentwicklung auf dem Medikamentenmarkt beiträgt (Grippemittel, Augentropfen...) - nur unter den Jüngeren (Lehrausbildung, Schule) git es den einen oder anderen "Blaumacher". Dazu kommt, dass bei uns in der Region auf Grund der Alterszusammensetzung die Ärzte immer dünner "gesät" sind - die noch niedergelassenen Ärzte sind teilweise hoffnungslos überlaufen (Budgetierung!) - bei den Fachärzten gibt es enorme Wartezeiten. So habe ich trotz Dringlichkeit seitens der Klinik für eine Schmerztherapie erst einen Termin Ede Januar 2010 bekommen - keine Kapazitäten frei!

Schönen Sonntag noch! *winksel*
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Waldschratt
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« Antworten #3 am: 29. August 2009, 22:57:56 »

Nach der OP...

Es ist leider so, dass eine erfolgreiche "Adipositas-OP" (Magenband, Diversion usw.) nicht alle Probleme löst - und es kommen auch neue, nicht geahnte dazu! Die "Sleeve-OP" bei mir war erfolgreich und, abgesehen von den durch das massive Übergewicht bedingten Komplikationen, besser als befürchtet verlaufenen. Allerdings stellten sich bei einer Gewichtsreduktion von mehr als 150 kg in einem Jahr (!) im "Nachgang" dann einige neue Probleme ein:

- durch die Verkleinerung des Magens und des Darmes bedingte mangelhafte Aufnahme von Mineralien, Spurenelementen und Vitaminen (besonders Eisen (Fe) und B[sub:ojpl1752]12[/sub:ojpl1752])
- Störung der Elektrolyte
- Überforderung von Nieren und Leber durch Freisetzung von in den Fettzellen deponierten Giftstoffen
- massive Ausbildung von nicht-rückbildbaren Haut- ("Fett-") Schürzen, die operativ entfernt werden müssen
- bei zunehmender Mobilität Gelenkprobleme (Arthrosen u.ä.), die durch die vorherige Belastung hervorgerufen wurden
- erneute Vergrößerung des Magens (Hohlorgan) bei Mißachtung des "Völlegefühls"

Die biochemischen Veränderungen lassen sich durch ausgewogene Ernährung, Nahrungsergänzung und notfalls Medikation relativ einfach beherrschen - solange eine konsequente Überwachung des Blutbildes (Auch mit Blick auf Elektrolyte und Giftstoffe!) erfolgt.

Die Kosten für die Entfernung der "Hautlappen" werden in begründeten Fällen (Notfalls psycholigisches Gutachten!) von der Krankenkasse übernommen - man darf nur nicht gleich aufgeben!

Die Gelenk- und Knorpelschäden (Wirbelsäule) können durch Aktivität und Physiotherapie, eventuell auch durch den Orthopäden, zwar nicht rückgängig gemacht werden, aber eine Erleichterung der Folgen ist möglich.

Einer erneuten Vergrößerung des Magens kann man durch konsequentes Einhalten der (Mengen-) Diät vorbeugen.

In Fällen extremer Adipositas übernimmt die Krankenkasse auch die Kosten für eine entsprechende psychologische Begleitung - denn bei allen Verbesserungen gibt es auch Rückschläge, die es zu überwinden gilt!

Bedingt auch durch meine Grunderkrankung habe ich in diesen Monaten, inzwischen mehr als einem Jahr, viele Höhen und Tiefen auf dem Weg zurück in ein "normales", "durchschnittliches" Leben erleben und meistern müssen. Doch wie schwer es auch manchmal war:

[align=center:ojpl1752]Es hat sich gelohnt!![/align:ojpl1752]

Nicht nur für mich, der ich mir immer mehr neue, vorher verschlossene Bereiche des täglichen Lebens "erobere", sondern auch für meine Familie - denn mit zunehmender Aktivität gestalten sich auch viele Dinge anders: Spielen mit den Kindern, Spazieren gehen, Ausflüge... Und auch zwischenmenschlich treten Veänderungen ein: Stichwort "Akzeptanz"! ... Und (Pst!) auch bei den "ehelichen Pflichten" ergeben sich Verbesserungen, Möglichkeiten...

Ich bereue den Schritt zur OP nicht, keinesfalls!

... was mir allerdings Probleme bereitet, ist der "Zeitfaktor"! Je größer die, meine, "Welt" wird - desto knapper wird die Zeit, die vorher im Überfluss da war,,,  Zwinkernd
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moppel

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« Antworten #4 am: 20. November 2009, 09:49:11 »

Hallo Waldschratt,

ich finde es toll wie du es schaffst abzunehmen und vor allem finde ich es auch gut das du hier öffentlich schreibst wie dein Verlauf ist. Wie ist es dir denn im Moment so wenn ich fragen darf ?
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