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Das Magenband
Das Wirkprinzip eines Magenbandes
Das Magenband ist eine Säule der Behandlung der krankhaften Adipositas. Als krankhafte Adipositas wird Übergewicht ab einem BMI größer 40 kg/m² definiert. Es besteht jedoch ein hohes Risiko zur Entwicklung von Folgeleiden wie z.B. Zuckerkrankheit und Bluthochdruck. Zudem ist die Lebenserwartung deutlich reduziert.
Die häufigste Methode bei einer operativen Behandlung der Adipositas ist heute das so genannte laparoskopische Gastric Banding. Das Magenband stellt bei etwa 90 % der krankhaft übergewichtigen Menschen die sinnvollste chirurgische Ergänzung zu einer ganzheitlichen Adipositas-Behandlung dar.
Das Magenband besteht aus Silicon. Es enthält im inneren seines Umganges einen aufdehnbaren Ring. Dabei wird das Magenband um den oberen Teil des Magens gelegt und teilt dadurch den Magen in zwei Hälften auf. Dabei entsteht im oberen Teil des Magens ein kleinerer Anteil und im unteren Bereich einen etwa normal großer Anteil. Dies bewirkt eine variable Engstelle. Somit wird der Vormagen durch die künstlich geschaffene Enge des Magenbandes vom unteren Teil des Magens separiert. An das Magenband wird zudem ein dünner Schlauch, welcher mit dem Port verbunden ist, unter die Haut des linken Oberbauches gepflanzt. Durch diese Verbindung kann später die Füllung des Magenbandes reguliert werden. Mit einer feinen Nadel wird unter Röntgen Kontrolle durch den Port und somit durch die Haut punktiert und Flüssigkeit abgezogen oder hinzugefügt. Dadurch kann der Innendurchmesser des Magenbandes verändert werden.
Der Speisebrei, der beim Zerkleinern der Nahrung entsteht, wird so zunächst durch die Enge des Bandes aufgehalten. Dies bewirkt bereits bei kleinen Essmengen eine schnelle Füllung des Vormagens. Dadurch kommt es zu einer frühen Dehnung der Vormagenwand, wodurch ein Sättigungsimpuls an das Gehirn weitergeleitet wird. Kommt es dabei nicht zur Beendigung der Nahrungsaufnahme, so kann Erbrechen die Folge sein und der Vormagen im Laufe der Zeit überdehnt werden. Bei flüssigen Speisen und Getränken wirkt dieses System des Magenbandes nicht.
Die Bandtypen
Die aus Detail- und Kostengründen am Häufigsten verwendeten Typen des Magenbandes bestehen aus dem Lap-Band-System, bzw. aus dem SAGB (Schwedenband). Das LAGB ist in den USA FDA-zugelassen. Dies bedeutet, dass es in den USA auch außerhalb von Studien verfügbar ist.
Die Einschluss Kriterien
Um die Eignung zu einem solchen operativen Verfahren zur Gewichtsreduktion festzustellen werden unten folgende Kriterien herangezogen. Diese Kriterien sind in den entsprechenden Fachgesellschaften festgelegt worden und diesen auch den Krankenkassen und dem medizinischen Dienst der Kassen als Richtlinie.
• Das Alter beträgt zwischen 18 und 60 Jahren
• Das Gewicht hat die doppelte Kiloanzahl des Idealgewichtes erreicht, bzw. liegt mindestens 45 kg über Idealgewicht oder über einem BMI Wert von 40 kg/m² • Ausnahme bei bestimmten Begleiterkrankungen • Es besteht ein Leiden an Gesundheitsprobleme, welche mit der schweren Fettleibigkeit in Verbindung stehen. U.a. Gelenkprobleme, Herzprobleme, Bluthochdruck, Diabetes oder Schlaf Apnoe • Das starke Übergewicht hält seit 5 Jahren an • Ein ernsthafter Versuch abzunehmen, auch unter ärztlicher Kontrolle, führte zum sogenannten Jojo Effekt • Eine Krankheit welche als Ursache für das Übergewicht angesehen wird, wurde ausgeschlossen. Dazu zählen z.B. eine Schilddrüsen-Unterfunktion oder eine Nebennierenrinden-Überfunktion. • Eine Bereitschaft zur drastischen Änderung der Lebensweise und der Essgewohnheiten unter regelmäßiger Überwachung ist vorhanden • Alkohol wird nicht im Übermaß verzehrt und es werden keine bewußtseinsverändernden Drogen zugeführt. Auch ein Nikotinkonsum sollte drastisch einschränkt werden • Die notwendigen Vorsorgeuntersuchungen (Magenspiegelung usw.) haben keine Gründe gegen eine Operation ergeben
Diese Kriterien müssen ungeachtet der persönlichen Situation im wesentlichen erfüllt werden. Diese Kriterien dienen jedoch nur als Anhaltspunkt und stellen keinen verbindlichen Charakter dar. Dies muss im Einzelfall besprochen und geprüft werden.
Der Eingriff
Für den Anfang wird eine schriftliche Kostenübernahme der Krankenkasse benötigt, wenn die Kosten nicht selber getragen werden sollen. Bei einer privaten Kostenübernahme sollte auch an eventuelle weitere Kosten gedacht werden, wenn es nach dem Eingriff zu Komplikationen kommen sollte.
Die Eingriff erfolgt über eine Allgemeinnarkose, welche mit einem etwa 5-tägigen stationären Aufenthalt verbunden ist. Etwa 90 % der Operationen können unter der sogenannten Schlüsselloch-Chirurgie durchgeführt werden. Nur in Ausnahmefällen wird der Eingriff über einen Bauchschnitt durchgeführt. Bei der Schlüsselloch Chirurgie werden etwa 4 bis 5 kleine Hautschnitte zur Vorbereitung des Magens, zum Einbringen und Verschließen des Magenbandes und zur genauen Platzierung des Schlauches und des Ports durchgeführt. Noch am Tag des Eingriffes kommt es zu einer Mobilisierung des Patienten. Am darauffolgenden Tag wird eine Röntgenuntersuchung mit einem kontrastmittelhaltigem Getränk durchgeführt. Anschließend beginnt der Kostaufbau. Etwa 4 Wochen nach der Entlassung wird in den meisten Fällen die erste Bandbefüllung unter Röntgenkontrolle stattfinden. Erst danach beginnt die eigentliche Gewichtreduktion.
Die Risiken der OP
Bei schwer übergewichtigen Menschen treten folgende Probleme häufiger auf:
• Organverletzungen • Infektionen • Blutungen, Nachblutungen • Thrombose, Lungenembolie • störende Narbenbildung
Dazu kann es noch zu folgenden bandabhängigen Komplikationen kommen:
• Probleme mit dem Port (häufig)
• Verrutschen des Bandes • Penetration des Magenbandes in den Magen • Erweiterung des Vormagens • Probleme mit dem Material (selten) • Versagen der Therapie Die Wahrscheinlichkeit durch verursachte Probleme liegt auf lange Sicht gesehen bei etwa 20-30 %.
Leben und Ernährung
Durch das Magenband ist im Vormagen nur Platz für kleine Mengen an Nahrungsmitteln. Die Nahrung rutscht durch die Bandenge langsamer in den unteren Magenbereich und es kommt zu einem früheren Sättigungsgefühl. Überwiegend reichen 3-4 Mahlzeiten täglich aus, ohne das es zu einem übermässigen Hungergefühl kommt.
Es sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden, bei der Süßigkeiten, Suppen und kalorienhaltige Getränke nur einen winzigen Teil ausmachen sollten. Gerade in der Anfangszeit sollte auf eine ausreichende kalorienarme Flüssigkeitszufuhr geachtet werden.
Einige Ernährungsregeln sollten nach einer Magenband-OP beachtet werden: • Essen und Trinken zeitlich trennen (erst Essen, eine Stunde später Trinken) • Sehr gut, bewusst und langsam kauen • Möglichst ungestört Essen und auf die Sättigungssignale achten • Mit Einschränkungen der Nahrungsaufnahme rechnen • Auf weiche Kost verzichten • Anfangs auf Fleisch verzichten • Notwendige Tabletten in dieser Phase erst zerkleinern
Fliegen und Sport sind in einem normalen Rahmen möglich. Im Falle einer Schwangerschaft muss das Band entblockt werden. Andere Probleme sind in der Zeit einer Schwangerschaft nicht zu erwarten.
Wurde das Zielgewicht erreicht, sollte das Band ebenfalls entblockt werden. Ab diesem Zeitraum erfolgen die Nachkontrollen jährlich.
Der Verlauf des Gewichtes
In den meisten Fällen wird durch das Magenband eine Gewichtsreduktion von etwa zwei Drittel des Übergewichtes überhalb des BMI von 25 kg/m² erreicht. Davon sollte in den ersten 2-3 Jahren ein Reduktion von etwa 60-80 % gelingen. Auf Dauer gesehen sollten durch das Magenband etwa 50-60 % wegfallen. Aus chirurgischer Sicht beginnt der Bereich für das Zielgewicht bei einer BMI-Grenze von 35 kg/m².
In den ersten 4 Wochen nach dem Eingriff findet meist keine Gewichtsreduktion statt, denn erst dann findet die erste Befüllung statt. Danach kann mit einer Gewichtsreduktion von etwa 0,5 bis 1,0 kg pro Woche gerechnet werden. Einige Besitzer des Magenbandes erreichen ihr Zielgewicht innerhalb von 2 Jahren.
Da jedoch nie eine lineare Gewichtsabnahme erfolgen wird, sollte die Waage nur alle 2 Wochen genutzt werden.
Sonstiges zum Magenband
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